C.H.Beck https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck CC0 chbecknewsletter@beck.de Philostratros’ <em>Life of Apollonios of Tyana</em> and its Literary Context This book surveys a range of intersections between the fictitious biography of the sage Apollonios of Tyana by Philostratos and selected prose narratives of the imperial period. The survey considers both pagan and Christian literature and includes both parallels to the philosophical ideology of the Life of Apollonios and features that embellish and enhance the Life as a work of literature. The book’s various themes and topics are held together by a common thread: the hero’s virtue, in particular his sōphrosynē, which encapsulates not only his wise-man status but also his novelistic traits (sōphrosynē is of central importance in the Greek romance), and which contributes to the interpretation both of Apollonios as hero and of the work’s generic affinities. The characterisation of Apollonios and the contextualisation of his biography are equally served by the discussion of manifestations of erōs in the Life of Apollonios as echoes of a popular, indeed irresistible theme to the author; of travel as an intergeneric metaphor for spiritual progression; and, finally, of the sage’s relationship with the written word - a relationship that further reveals the narrative’s authenticatory interests and precarious realism.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1688 2020-10-02 Nikoletta Kanavou C.H.Beck en C.H.Beck
Uncertainty in Livy and Velleius Uncertainty is a fundamental part of the human condition. Experiences thwart expectations, and the world is in constant need of interpretation, evaluation and disambiguation. When writing about the past, historians can approach this uncertainty in different ways and either eliminate it from their history or enact it. This book examines the dynamics between historiography and uncertainty in the works of Livy and Velleius Paterculus. Combining close readings and theoretical reflection, it develops a distinct concept of temporal and hermeneutic uncertainty and builds on this concept to shed new light on the narrative composition of their histories. It has been argued that narrative is an essential part of human life and civilization. While engaging with recent approaches to the theory of narrative, Uncertainty in Livy and Velleius explores historiographical narrative as a mode of grappling with uncertainty.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1812 2020-10-02 Annika Domainko C.H.Beck en C.H.Beck
Das Geld der Ptolemaier In der vorliegenden Arbeit stellt der Autor in knappen, sich auf das Wesentliche beschränkenden Ausführungen einen der wichtigsten Aspekte der Wirtschaft Ägyptens in hellenistischer Zeit dar: das Phänomen Geld. Er gliedert die Arbeit in folgende Kapitel: Die Metalle, die Organisation, die Fabrikation, die Nominale, die Bilder, Beizeichen und Legenden, die Monogramme und Abbreviaturen, die Überprägungen und Gegenstempelungen, die „Ära“-Prägungen, kalendarische Fragen, die Werterelationen, die Gewichtsreduktionen, die Metallverschlechterungen, die Aufhebung der Silber-Bronze-Relation, die Kaufkraft, die Binnenwährung, der Außenhandel, die Münzhorte, die Erfolge im Ausland. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis beschließt die Arbeit.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1932 2020-10-02 Werner Huss C.H.Beck de C.H.Beck
<em>Ona’ah</em> und <em>laesio enormis</em> Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zum Verständnis des jüdischen Rechts der Antike und zeigt insbesondere seine Verbindungen zum römischen Recht auf. Am Beispiel der talmudischen Preisregelung אונאה (sog. ona’ah), die im 2. Jahrhundert in Palästina entstand und zunächst große Unterschiede zur römischen Preissicherung bei Grundstücksverkäufen (CJ.4.44.2) aufwies, erläutert die Untersuchung, wie sich das jüdische Recht unter unterschiedlichen Herrschaftsbedingungen entwickelte. Gleichzeitig wird das römische Recht selbst durch die Einbeziehung zeitgebundener wirtschaftlicher und sozialer Rahmenbedingungen nicht bloß dogmatisch analysiert, sondern in seiner historischen Entwicklung und Vergleichbarkeit mit anderen Rechtskulturen erfasst.

Beschäftigte sich die bisherige Forschung eingehend mit der römischen laesio enormis (der Begriff stammt aus dem Mittelalter), die garantierte, dass bei Landverkäufen der vereinbarte Preis die Hälfte des Wertes nicht unterschritt, fand die zeitgleiche talmudische Preisgrenze von einem Sechstel bislang kaum Beachtung. Obwohl Grundstücksgeschäfte von der אונאה (ona’ah) ausgenommen waren, liegen beiden Rechtsnormen ähnliche Vorstellungen von materiellem Wert und seiner Preisrelation zugrunde. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen römischem und jüdischem Recht werden anhand der schriftlichen Thora, der Tosefta, der Mischna, des palästinischen und babylonischen Talmuds, sowie anhand des Corpus Iuris Civilis, des diokletianischen Höchstpreisedikts und des Codex Theodosianus erläutert.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/2118 2020-10-02 Doris Forster C.H.Beck de C.H.Beck
Werkpolitik in der Antike Unter den verschiedenen Formen, literarische Texte zu sammeln und zu erschließen, zählt deren Gruppierung zu einem &OElig;uvre mit Sicherheit zu den gängigsten: Das &OElig;uvre als Summe aller Werke eines bestimmten Autors wird dabei oft an scheinbar objektivierbaren Kriterien wie Werkbestand (Gesamtwerk) oder Autorbiographie (Spätwerk, Lebenswerk) gemessen und gleichsam als selbstverständlich betrachtet. Werkpolitik in der Antike fragt demgegenüber nach den Voraussetzungen (und ebenso nach den Auswirkungen) der Orientierung am &OElig;uvre. Die lateinische Literatur der späten Republik und des augusteischen Prinzipats erweist sich für die Genese eines emphatischen Begriffes des auktorialen Corpus als formativ: Die Umwälzungen im literarischen Betrieb dieser Epoche, nicht zuletzt die Gründung öffentlicher Bibliotheken, bedingten bei Autoren, Kritikern und Lesern eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Begründung von Werkzusammenhängen, welche die Idee des &OElig;uvres nachhaltig prägte. In vier Studien zu Cicero, Vergil, Horaz und Ovid wird nachgezeichnet, wie sowohl innerhalb der literarischen Werke selbst wie in deren Rezeption bestimmte Vorstellungen von Lebens- und Gesamtwerk Gestalt annehmen konnten.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/2238 2020-10-02 Cédric Scheidegger Lämmle C.H.Beck de C.H.Beck
Rechtsschutz im hellenistischen Ägypten Hellenismus ist nicht nur eine Epochenbezeichnung. Der Begriff wurde geprägt, um die wechselseitige Durchdringung von Orient und Okzident und die Verschmelzung der dominierenden griechischen Kultur mit anderen zu beschreiben. Anzeichen für eine lediglich oberflächliche Verbreitung der transformierten griechischen Kultur legen Vergleiche mit neuzeitlichen Kolonialgesellschaften nahe, auch wenn die hellenistischen Reiche kein Mutterland hatten. Die drei letzten vorchristlichen Jahrhunderte waren jedenfalls unstreitig von hoher Mobilität, intensiver Kulturbegegnung, von Symbiose und geistigem Austausch geprägt. Damals wurden die in der Polis entstandenen Ideen zu Herrschaft und Rechtsstaatlichkeit in großflächige Herrschaftsgebilde überführt und gingen später in die lateinische Literatur des römischen Imperiums und dann frühe christliche Gedankengebäude über.

Die Frage, wie Konfliktlösung in einer dieser polyethnischen ostmediterranen Gesellschaft funktionierte, kann nur für Ägypten beantwortet werden, da allein hier in nennenswertem Umfang auch Alltagsschriftgut überliefert ist. Anhand der vielfältigen Rechtsschutzgesuche an unterschiedliche Autoritäten (Gerichte, Beamte, Vereinsvorstände) sowie anhand der wenigen Zeugnisse königlicher Regulierung der Rechtsschutzgewährung soll in dieser Untersuchung primär das Konfliktlösungsverhalten der griechischsprachigen Bevölkerungsschicht kartographiert werden, das sich durch die Vielfalt der Instanzen trotz grundlegender Untersuchungen zur Gerichtsorganisation (v.a. von Hans-Julius Wolff) noch immer unserem Verständnis entzieht. Um die bisherigen Ansätze zu überwinden, wird als Ausgangsthese angenommen, dass staatliche Eingriffe in die vorhandene Vielfalt der Konfliktlösungsinstanzen nur bei äußerem Zwang erfolgten und sie ansonsten der Selbstorganisation überlassen wurden.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/2408 2020-10-02 Nadine Grotkamp C.H.Beck de C.H.Beck
Das Privatrecht der griechischen Urkunden vom Mittleren Euphrat Das außergewöhnliche Dossier von Pergament- und Papyrusurkunden aus den Provinzen Syria Coele und Mesopotamia (P.Euphr.) bereichert unsere Kenntnis vom gelebten Recht in einer Grenzregion des Römischen Reiches im kriegerischen dritten Jahrhundert nach Christus. Die Urkunden vom Mittleren Euphrat, die alle aus der Epoche nach der Constitutio Antoniniana stammen, stellen eine singuläre Erkenntnisquelle für die bürgerliche Geschäftswelt dieser Region dar, aus der bislang hauptsächlich die in militärischem Umfeld verfassten Urkunden aus Dura Europos bekannt waren. Als Texte, die nicht mit dem Blick auf ein Publikum konzipiert wurden, sind die untersuchten Urkunden zuverlässige Zeugnisse für die Strukturen der alltäglichen antiken Realität.

Die Arbeit, die sich auf die Vertragsurkunden P.Euphr. 6 - P.Euphr. 15 konzentriert, bietet den ersten umfassenden privatrechtsgeschichtlichen Kommentar zu den Euphratpapyri aus dezidiert juristischer Perspektive. Der Inhalt der Urkunden umfasst den Verkauf mehrerer Sklaven, eines Tieres und eines Bootes, eine Verwahrung, ein hypothekarisch gesichertes Darlehen mit Antichrese, einen Schulderlass und eine unvollendete Urkunde. Zu mehreren Urkunden legt die Autorin erstmalig deutsche Übersetzungen vor.

Durch stetige Vergleiche mit den Urkunden aus Ägypten einerseits und den Urkunden aus Dura Europos und aus dem Archiv der Babatha andererseits werden im juristischen Kommentar die in den Texten belegten Rechtsinstitute in den Rahmen der Urkundenpraxis in den Provinzen eingeordnet und mögliche Entwicklungslinien aus den verschiedenen Rechtskreisen und Geschäftsgewohnheiten aufgezeigt, wobei auch altorientalische Rechtsinstitute berücksichtigt werden. Ebenso werden die Urkundentäfelchen aus dem Geschäftsleben der westlichen Regionen des Römischen Reiches miteinbezogen. Parallel dazu erfolgt eine eingehende Erforschung des Einflusses des abstrakten römischen Rechts, wie es insbesondere im CIC und in den Institutionen des Gaius überliefert ist, sowie des griechisch-hellenistischen Rechtskreises. Ein besonderer inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf der Rechts- und Sachmängelgewährleistung beim Kauf von Sklaven und Tieren. Einen weiteren wichtigen Fokus der Arbeit bildet die Erforschung der Stellung der Frau im Wirtschaftsleben dieser Epoche, wie sie aus den Urkunden erkennbar ist.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/2517 2020-10-02 Tanja Johannsen C.H.Beck de C.H.Beck
Marktbezogene Gesetzgebung im späthellenistischen Athen - Der Volksbeschluss über Maße und Gewichte Tra i documenti epigrafici di età tardo-ellenistica riveste un ruolo centrale per la conoscenza di diversi profili della storia giuridico-economica ateniese un decreto in materia di pesi e misure (IG II2 1013). La monografia mira a ripercorrere i diversi passaggi del decreto sotto l’angolo di indagine del giurista, studio fino ad oggi condotto solo a margine. E’ presentata una nuova edizione del documento con traduzione, seguita, riprendendo la divisione in paragrafi generalmente accolta dagli editori, dall’analisi dei diversi passaggi del decreto. L’attenzione è incentrata, tra l’altro, sulle modalità attraverso cui erano sanzionate le condotte fraudolente nella pesatura e nella misurazione poste durante le transazioni commerciali, anche attraverso il riesame di alcune ricostruzioni, non sempre condivisibili, offerte soprattutto in merito alle prime linee del decreto. Una particolare attenzione è dedicata, inoltre, al ruolo e alle funzioni della Bule, alle diverse mansioni attribuite agli schiavi pubblici in ordine alla custodia dei pesi e delle misure ufficiali e ai poteri punitivi dell’Areopago. L’ultima parte del lavoro è incentrata infine sulla complessa questione delle motivazioni alla base dell’emanazione del provvedimento, nonché, ed in relazione a ciò, sul problema del possibile ruolo esercitato al riguardo da Roma.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/2718 2020-10-02 Mariagrazia Rizzi C.H.Beck de C.H.Beck
Translatio iudicii Weder nach geltendem Recht noch nach klassischem römischen Recht erlischt ein rechtshängiges Verfahren allein deshalb, weil während des Prozesses der Beklagte stirbt, der Richter schwer erkrankt oder der Kläger seine Klage nicht selbst weiter verfol­gen kann, weil er wegen eines rechtfertigenden Grundes daran gehindert ist. Unver­ändert fortgesetzt werden kann der begonnene Prozess in diesen und ähnlichen Situationen aber auch nicht, ohne Interessen der Beteiligten zu gefährden. Es bietet sich deshalb an, das rechtshängige Verfahren von dem verstorbenen oder verhinderten Beteiligten auf eine andere Person zu übertragen, die es bis zu ei­nem Urteil führen kann.

Translatio iudicii oder transferre iudicium ist die Bezeichnung der römischen Juristen für eine solche Prozessübertragung. Sie ist in einer Vielzahl von Quel­len überliefert, ohne dass dabei aber ausdrücklich beschrieben wird, wie und mit welcher Wirkung die neue Prozesspartei oder der neue Richter in das rechtshän­gige Verfahren eintreten kann. Die Untersuchung dieser Fragen betrifft die Grundsätze des römischen Zivilprozesses, die ebenso wie die Besonderheiten des Rechtsbehelfs der translatio iudicii Thema dieses Buches sind.

Dabei ist von besonde­rem Interesse, was die römischen Juristen als Anlass für eine translatio iudicii anerkennen, welche Rolle sie dem Magistrat und welche den Parteien innerhalb des Translationsverfahrens zuerkennen und ob durch die translatio iudicii ein eigenständiger, neuer Prozess be­gründet wird oder der begründete Rechtsstreit und der von den neuen Beteiligten aufgenommene Prozess ein einheitliches Verfahren bilden.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/2837 2020-10-02 Friederike Erxleben C.H.Beck de C.H.Beck
Die Einheit der Ordnung Ciceros Rede Pro Milone findet in der Forschung maßgeblich in Hinblick auf die rhetorischen Mittel Beachtung, mit denen Cicero die Tötung des Clodius durch Milo als Akt der Staatsverteidigung zu rechtfertigen sucht. Diese primär rhetorische Lesart lässt unbeachtet, dass hinter dem Mantel der Rhetorik staatstheoretische und philosophische Prämissen aufleuchten, die Ciceros Überzeugungen der Post-reditum-Zeit widerspiegeln. Die vorliegende Studie untersucht die philosophischen Strukturen, auf denen Cicero die Verteidigung Milos aufbaut. Dabei soll gezeigt sein, dass Cicero nach seiner Rückkehr aus dem Exil auf der Grundlage eines holistischen Rechtsmodells argumentiert, in welchem Natur, Recht und res publica als vernunftgeprägte Einheit erscheinen. Aus diesem Einheitsmodell leitet Cicero das existenzielle Recht des Bürgers ab, im Moment der Not die republikanische Ordnung ohne Inanspruchnahme staatlicher Strukturen zu verteidigen. Eine solche Verteidigung steht für Cicero nicht jenseits des Rechts. Er zeichnet sie vielmehr als summa ratio, und damit als Kern des Rechts.

 

Die Studie liefert keine abschließende Interpretation der Miloniana, sondern greift einen zentralen Aspekt heraus; ihr Fokus liegt auf dem Problem der Staatsverteidigung. Daneben analysiert sie die Formalstrukturen der Quaestio, die gegen Milo eingesetzt wurde. Der Blick auf die Verfahrensstrukturen soll helfen, das Recht als law in action zu erfassen: Die Studie will also nicht bei der Frage verharren, was die republikanischen Juristen dachten, sondern - beschränkt auf einen Teilbereich - die Frage aufwerfen, wie sie dachten. Dieser prozedurale Blick schließlich verfolgt den Zweck, den Platz philosophischer und gesellschaftlicher Elemente im Prozess republikanischer Rechtsfindung zu beleuchten.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/2957 2020-10-02 Benedikt Forschner C.H.Beck de C.H.Beck
Der <em>solutionis causa adiectus</em> im römischen Recht Die Stipulation ist eine der bemerkenswertesten Vertragstypen des römischen Rechts. Sie kam zustande, indem der Gläubiger eine Frage formulierte und der Schuldner diese Frage durch die Wiederholung des Verbs bejahte, welches der Gläubiger verwendet hatte. Inhaltlich war eine Stipulation meistens auf die Zahlung von Geld gerichtet. Manchmal verpflichtete sich der Schuldner auch zu anderen Handlungen.

In die Stipulationsfrage konnte der Stipulator eine dritte Person hinzufügen, indem er nach der Nennung seiner eigenen Person, die regelmäßig mit dem Personalpronomen mihi geschah, die Konjunktion aut und dahinter den Dritten im Dativ anfügte. Diese dritte Person wird in der Literatur gewöhnlich in Anlehnung an den spätklassischen Juristen Marcian als solutionis causa adiectus oder adiectus solutionis causa bezeichnet.

Der solutionis causa adiectus erwarb kein eigenes Recht auf den geschuldeten Gegenstand der Stipulation. An ihn konnte lediglich mit befreiender Wirkung geleistet werden. Gleichzeitig konnte der Gläubiger dem Schuldner ohne dessen Zustimmung die Befugnis nicht mehr entziehen, an den adiectus wirksam zu leisten, sobald die adiectio wirksam vereinbart war.

Der Autor untersucht alle überlieferten Quellenstellen, die einen Bezug zu dem solutionis causa adiectus haben und zeichnet damit erstmals ein umfassendes Bild dieser Rechtsfigur.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/3068 2020-10-02 Christian Schnabel C.H.Beck de C.H.Beck
Römische Testamentsurkunden aus Ägypten vor und nach der <em>Constitutio Antoniniana</em> Die Arbeit untersucht anhand ausgewählter Testamente die Entwicklung der Testierpraxis im römischen Ägypten des zweiten und dritten nachchristlichen Jahrhunderts.

Dazu werden im Anschluss an eine einleitende Kurzdarstellung der römischen Testierpraxis einzelne, repräsentative Testamente umfassend analysiert.

Im Zentrum steht die Frage, wie sich im römischen Ägypten die Vorkehrungen der Praxis zu den Regeln des römischen Zivilrechts verhalten haben, ob sich also althergebrachtes gräko-ägyptisches Recht halten konnte, wie weit römisches Recht anzuwenden war und inwieweit sich das römische Recht selbst fortentwickelt hat. Dabei wird besonders auf die Bedeutung der Constitutio Antoniniana eingangen, die (fast) allen Einwohnern Ägyptens das römische Bürgerrecht verschaffte.

Weiter wird versucht, in den Testamentsurkunden Spuren von Formularen nachzuweisen, um so erklären zu können, wie sich in der Provinz Ägypten eine im Großen und Ganzen einheitliche Testierpraxis etablieren konnte.

Eingehende Erörterungen der sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen der Testamente runden die Arbeit ab.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/3188 2020-10-02 Benedikt Strobel C.H.Beck de C.H.Beck
Terenz' und Menanders <em>Adelphoe</em> Die Adelphoe (Die Brüder) von 160 v. Chr. sind die letzte der sechs Komödien des Terenz. Sie wurden nach Menanders verlorenem gleichnamigen Stück gedichtet. Es wird versucht, einerseits aufgrund typisch menandrischer Passagen in der römischen Version das Original zu rekonstruieren, andererseits die Züge herauszuarbeiten, auf die es Terenz ankam. Es zeigt sich, daß an die Stelle griechischer Ethik römische Komik getreten ist. Besondere Aufmerksamkeit wird den aktuellen juristischen Diskussionen der Scipionenzeit gewidmet.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/3272 2020-10-02 Eckard Lefèvre C.H.Beck de C.H.Beck
Martials ‚epigrammatischer Kanon‘ Martial versteht es, in seine Epigramme zahlreiche Autoren und deren Werke funktional einzubinden, sei es durch direkten Verweis oder intertextuelle Verfahren. Es sind nicht nur Epigrammatiker, sondern Autoren aus fast dem gesamten antiken Gattungsspektrum, sowohl der Vergangenheit als auch der Gegenwart. So entsteht Martials ‚epigrammatischer Kanon‘, mit dessen Hilfe Martial das eigene literarische Genre aufwertet und nicht zuletzt an der eigenen Selbstkanonisierung arbeitet.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/3377 2020-10-02 Nina Mindt C.H.Beck de C.H.Beck
Lust am Lesen Literarische Anspielungen im Frieden des Aristophanes sind zwar bereits seit der Antike Gegenstand der Forschung, wurden aber noch nie systematisch untersucht. Neben einer Detailanalyse aller Bezüge der Komödie zu literarischen Einzeltexten werden auch die kulturellen Implikationen des Befundes in den Fokus gerückt: Die komplexe Intertextualität ist ein wesentliches Merkmal von Aristophanes’ Komödien und weckte bei den gebildeten Zeitgenossen die Lust am Lesen.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/3488 2020-10-02 Fabian Zogg C.H.Beck de C.H.Beck
Römische Klassik und griechische Lyrik Dass die römischen Dichter poetischer Kleinformen (also vor allem Lyrik, Elegie und Epigramm) von Catull bis Ovid auf griechische Modelle rekurrierten, die mehr als ein halbes Jahrtausend vor der eigenen Zeit und unter völlig anderen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen entstanden sind, ist für die Klassische Philologie eine selbstverständliche und auf den ersten Blick wenig aufregende Tatsache. Die Forschung des 20. Jahrhunderts interessierte sich vornehmlich für die formale und ästhetische Dimension dieses Aneignungsprozesses: Horaz lernte gewissermaßen durch das gründliche Studium von Sappho und Alkaios, wie man gute lyrische Gedichte schrieb. Die vorliegende Studie nimmt diesen Vorgang nicht als selbstverständlich hin, sondern untersucht für besonders relevante Themen (Liebe, Symposium, Gesang, Politik) und Autorenpersönlichkeiten (Sappho, Archilochos, Pindar), welches spezifische Potenzial römische Autoren in den griechischen Texten sahen und wie sie ihre Prätexte auch dafür nutzten, eine kritische Distanz zur eigenen Gegenwart aufzubauen.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/3578 2020-10-02 Felix Mundt C.H.Beck de C.H.Beck
Platons <em>Staat</em> In Platons Dialog ‘Staat' (Politeia) skizziert Sokrates einen seiner Meinung nach idealen Staat. In ihm weiß die Regierung (die obersten “Wächter”), was “das Gute” ist, und das Volk vertraut ihr und akzeptiert ihre Entscheidungen. Aus heutiger Sicht sind die vorgesehenen Beschränkungen der “Freiheit” (vor allem der Sexualität) lebensfremd und inakzeptabel. Wie in diesem Kommentar gezeigt wird, sollte man heute Platons ‘Staat' als Aufruf zur “Vernunft” lesen. Sein Sokrates ist überzeugt: Nur wenn die Regierung die Vernunft zum Maßstab macht und das Volk klug genug ist, vernünftige Entscheidungen zu verstehen, ist ein gut funktionierender und stabiler Staat möglich. Dazu gehören auch vernünftige Beschränkungen der Freiheit. So gesehen ist Platon ein Kritiker unserer heutigen Demokratie, in der die Freiheit höheren Rang hat als die Vernunft. Platon würde darin nicht, wie heute üblich, gesellschaftlichen Fortschritt erkennen, sondern Dekadenz, die auf die Dauer nur im Chaos enden kann. Im Nachwort zu diesem Kommentar wird einiges, was Platon kritisieren würde, zusammengestellt.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1598 2017-10-05 Gustav Adolf Seeck C.H.Beck de C.H.Beck
Greek and Latin Expressions of Meaning Verbs and nouns of meaning in ancient Greek and Latin are polysemous, just as in the case of the English verb “to mean". Andreas T. Zanker considers how the ancient vocabulary could be used in different ways and investigates its development over time. In the first part of the book, Zanker argues for the role of metaphorical and metonymical transference in the creation of expressions of meaning; Greek and Roman authors used the same verbs to describe what inanimate things, including words and texts, meant/signified as they did of human beings in the act of meaning/signifying something. In the second part of the book, the author focuses on certain metaphorical extensions of this vocabulary and argues that they have implications for modern discussions of meaning, particularly in literary criticism.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1609 2017-10-05 Andreas T. Zanker C.H.Beck en C.H.Beck
Platons Philebos Der uralte Konflikt zwischen Lust und Vernunft, der in der Geschichte der Philosophie und Psychologie zu manchen ausufernden oder auch abwegigen Überlegungen geführt hat, ist leichter zu durchschauen, wenn man Platons Dialog Philebos sehr genau gelesen hat. Platons Auseinandersetzung mit den semantischen und psychologischen Aspekten des Themas kann sozusagen als grundlegende wissenschaftliche Einführung gelten. Dieser Kommentar zeigt, daß man den Metaphysiker Platon (“Ideenlehre”) beiseite lassen muß, um dem Wissenschaftler Platon, der sich mit der Wissenschaft seiner Zeit (der seriösen Sophistik) auseinandersetzt, gerecht zu werden. Heutige Philosophen können aus Platons Philebos lernen, vorsichtiger mit den Begriffen Lust und Vernunft umzugehen, heutige Psychologen, unmißverständlich zwischen empirischer und spekulativer Psychoanalyse zu unterscheiden.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1567 2016-10-25 Gustav Adolf Seeck C.H.Beck de C.H.Beck
Phaedrus Die Fabeln des Phaedrus wurden lange unter motiv- oder sozialgeschichtlichen Aspekten gelesen; man meinte, durch den ‚Freigelassenen des Augustus‘ die Stimme des ‚Kleinen Mannes‘ zu hören, der pessimistisch die Anpassung predige. Ferner wurde meist ein biographischer Deutungsansatz verfolgt, der die Gedichte aus der vermeintlichen Lebenserfahrung des Dichters ableitete. Dabei wurde zu wenig berücksichtigt, dass diese ‚Lebensdaten‘ mehr oder weniger gänzlich aus den Fabeln erschlossen wurden; viele dieser Elemente geben sich zudem als poetologische Topoi zu erkennen, sodass sich das Ich eher zu tarnen als zu offenbaren scheint. Schließlich fand das intendierte (Lese-)Publikum zu wenig Beachtung, denn der Dichter verlangt nicht nur selbst Belesenheit, vielmehr erschließt sich die Vielschichtigkeit der zunächst so simpel erscheinenden Gedichte erst bei Beachtung der zahlreichen intertextuellen Bezüge. Lässt man sich aber auf diese Weise auf die Fabeln ein, lernt man Texte kennen, die sich spielerisch, witzig und eigenwillig in die literarische Tradition und den Diskurs ihrer Zeit einreihen und so selbstreflektiert auch zu Fabeln über die Dichtung werden.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1578 2016-10-25 Ursula Gärtner C.H.Beck de C.H.Beck
Herrscher- und Dynastiekulte im Ptolemäerreich Unter der Herrschaft der makedonisch-griechischen Dynastie der Ptolemäer (323–30 v. Chr.) entstand in Ägypten eine multikulturelle Gesellschaft. Die fremden Könige ließen ihre Untertanen nach der je eigenen Fasson leben: Die zahlreichen, meist griechischen Zuwanderer stellten zwar die deutlich privilegierte Schicht, doch sorgten die Könige auch für die einheimischen Kulte und förderten die ägyptische Priesterschaft. Um aber in dieser Pluralität der Lebensformen und Religionen eine sinnstiftende Klammer zu schaffen, richtete man den Personenkult für den lebenden König ein. Ziel des Autors ist es, die verschiedenen Formen des Kultes für den König und seine Gemahlin zu beschreiben. Erstmals legt er mit dem vorliegenden Buch eine Zusammenschau der Ergebnisse der klassischen Altertumswissenschaften und der Ägyptologie vor. Hieraus ergibt sich folgende These, die gleichzeitig den Aufbau des Buches bestimmt: Es gab nicht den einen Herrscherkult, sondern verschiedene Formen des Kultes, und jeder Untertan konnte die ihm zusagende Form wählen. Einerseits bestand die Möglichkeit, den König und seine Gemahlin mit griechischen Bräuchen zu verehren. In diesem Fall ist von griechischem Herrscherkult zu sprechen. Vielfach stellte man die Verehrung des lebenden Herrscherpaares auch in den Kontext der Ahnen – es handelte sich dann um einen griechischen Dynastiekult. Die ägyptischen Priester entwickelten aus den beiden griechischen Kultmöglichkeiten spezifisch ägyptische Formen. Sie integrierten die lebenden Pharaonen als Götter in die ägyptischen Tempel; so etwas hatte es in Ägypten bis dahin noch nicht gegeben. Mittels großer Prozessionen wurde an den Herrscherfesttagen der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben, den Kult für die Könige ebenfalls zu zelebrieren. Der von den einheimischen Priestern betriebene Herrscherkult trug also wesentlich zur Legitimation der Fremdherrschaft in Ägypten bei.
Im Fließtext der Monographie wurde auf fremdsprachige ägyptische oder griechische Zitate verzichtet, so dass sich die Arbeit auch einem breiteren, religionshistorisch interessierten Leserkreis erschließt. Instruktive Abbildungen verdeutlichen die Ausführungen.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1130 2014-05-28 Stefan Pfeiffer C.H.Beck de C.H.Beck
Risikomanagement beim Weinkauf Die Gefahrtragung beim Kauf ist ein umstrittenes Problem. Als Leitprinzip galt im klassischen römischen Recht periculum est emptoris; dieser Satz wurde jedoch bislang durch die Perfektionslehre präzisiert. Dadurch kam eine komplizierte Definition zustande, die viele Ausnahmen kannte. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stand bisher das „gesetzte Recht“, obwohl die Quellen eine tief im gelebten Recht wurzelnde Kasuistik überliefern. Dieses Spannungsverhältnis motivierte die Autorin, Éva Jakab, dazu, die Gefahrtragung aus dem Aspekt der Vertragspraxis zu untersuchen. Die „Nahaufnahme“ konzentriert sich auf einen einzigen Kauftyp, den Weinkauf. Die Autorin beleuchtet den wirtschaftlichen Hintergrund des Weinkaufs und die Methoden der antiken Weinproduktion. Zudem behandelt sie die Vermarktung des Weines. Hier werden Vertragsformulare zusammengestellt, die beim Verkauf von Wein am häufigsten verwendet wurden (Catos leges venditionis, Arrhalkauf und Lieferungskauf in den Papyri und in den Schriften der Juristen Roms). Schließlich fasst sie die Ergebnisse der Arbeit zum Thema „Risikomanagement“ zusammen.
Von der herrschenden Lehre abweichend differenziert sie zwischen dem periculum vis maioris und dem „vertragsspezifischen Risiko“. Eine Hauptregel von allgemeiner Geltung (periculum emptoris) kannte das römische Recht allein für das periculum vis maioris. Die vertragsspezifischen Risiken wurden durch vertragliche Abreden geregelt. Ein Überblick über die Quellen zeigt, welche Risiken bei Weingeschäften tatsächlich auftraten.
Die Verfasserin versucht die Problematik des periculum rei venditae nach einem neuen Konzept zu lösen. Der methodische Ausgangspunkt ist die Berücksichtigung der Vertragspraxis. Dabei wurde die Barriere zwischen lateinischen und griechischen Dokumenten übersprungen. Sie geht auf die Erscheinungen des gelebten Rechts ein und markiert damit die Bruchstellen in den bisher gelehrten dogmatischen Strukturen. Die offengelegten Inkonsequenzen drängten auf neue Lösungen. Die Ergebnisse zum Weinkauf zeigen die Konturen einer neuen Auffassung, die das Gefahren zuweisende Element des periculum beim Kauf weniger als allgemein geltende Hauptregel auffasst, sondern eher als komplexes Risikomanagement, das von den Vertragsparteien überwiegend im Rahmen der Privatautonomie gehandhabt wurde.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1146 2014-05-28 Éva Jakab C.H.Beck de C.H.Beck
Die römischen Solidarobligationen Das Problem der römischen Korreal- und Solidarobligationen ist mit der theologischen Frage der Dreieinigkeit zu vergleichen, wie Rudolf von Jhering, einer der berühmtesten Juristen des 19. Jahrhunderts in „Scherz und Ernst in der Jurisprudenz – Eine Weihnachtsgabe für das juristische Publikum“ 1884 formulierte: Es sei schlicht nicht theoretisch lösbar, sondern allenfalls auf rechtspraktischem Wege. Die gewissermaßen überzeitlichen Fragen treten auch heute noch in gleicher Weise auf, etwa wenn Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft eine Wohnung anmieten. In der Folge sind beide dem Vermieter zur Zahlung des vollen Mietzinses verpflichtet, der Vermieter soll die Miete insgesamt aber nur einmal erhalten. Obwohl das BGB die römischrechtlichen Ideen nicht vollständig übernommen hat, stellen sich die alten Probleme, wenn auch in neuer Verkleidung, immer wieder und sind letztlich ebenso ungelöst wie die Deutung der antiken Quellen.
Die Arbeit Steiners geht zurück an die Wurzeln des römischen Rechts und macht deutlich, daß ein Verständnis der antiken Vorstellungen nur möglich wird, wenn die praktische Umsetzung der überlieferten Quellen im Gerichtsverfahren mit bedacht wird. Es zeigt sich einmal mehr, daß die römischen Juristen keine rechtwissenschaftlichen Glasperlenspiele betrieben haben, sondern solche eher den pandektistischen Lehren des 19. Jahrhunderts zuzurechnen sind, welche auf die Schaffung des BGB maßgeblich eingewirkt haben. Der rechtslogische Mythos der Solidarobligationen löst sich auf, wenn der enorme rechtspraktische Sinn der damaligen Fachjurisprudenz und die römische Prozeßordnung zur Grundlage der Quelleninterpretation gemacht werden.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1161 2014-05-28 Anja Steiner C.H.Beck de C.H.Beck
Appello ad principem Die Kaiser Augustus, Mark Aurel, Septimius Severus und Caracalla sind vor allem durch ihre Politik bekannt. Daneben waren sie als Kaiser auch in der Rechtsprechung tätig. Wie sie diese wahrnahmen, prägt auch ihre spätere Einschätzung in der Literatur bis heute.
Dieser Band befasst sich mit Berufungsentscheidungen der römischen Kaiser, wenn sie gegen eine bereits gefällte Entscheidung angerufen wurden. Vom vorsichtigen Lavieren des Kaisers Augustus zur Einrichtung dieser Instanz bis zum Spiel Caracallas mit der inzwischen etablierten Berufungsinstanz zeigen sich verschiedene Vorgehensweisen.
Im Mittelpunkt stehen dabei der Weg zum Urteil in Verhandlung und Beratung sowie der Aufbau der Entscheidungen im Wechselspiel zwischen juristischer Argumentation und politischer Rhetorik. Als Quellen dienen dabei Inschriften, die wegen ihrer Bedeutung auf dem Marktplatz in Athen oder an Tempelmauern in Dmeir angebracht wurden, sowie die Überlieferung wichtiger Entscheidungen in den Digesten, einem Teilstück des Corpus Iuris Civilis. In letzteren finden sich Quellen, in denen die ausführliche rechtliche Auseinandersetzung im Konsilium geschildert wird. Dort waren zum Teil berühmte Juristen wie Paulus und Papinian vertreten, die kein Blatt vor den Mund nahmen und die Entscheidung des Kaisers vorbereiteten oder auch kritisierten. Die Beteiligung der Parteien am Rechtsfindungsprozess wird ebenso deutlich wie der rhetorische Diskurs zwischen allen Beteiligten. Gerade dieser Diskurs mit Prozessbeteiligten und Beratungsgremium zeigt den doch stets bestehenden Kontakt zwischen Kaiser und Volk. Die Anhörung der Partei und die Vorbereitung des Urteils durch intensive Beratung haben sich als zentrale Elemente der kaiserlichen Urteile erwiesen.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1177 2014-05-28 Veronika Wankerl C.H.Beck de C.H.Beck
Entscheidungskorrekturen mit unbestimmter Wertung durch die klassische römische Jurisprudenz Der Autor untersucht Entscheidungen des klassischen römischen Zivilrechts (ius civile), bei denen sich der jeweilige Jurist über Rechtsgrundsätze des ius civile hinwegsetzt und diese mit Hilfe eines unbestimmten Wertungsbegriffs korrigiert.
Einen unbestimmten Wertungsbegriff verwendet der Jurist immer dann, wenn er bei seiner Entscheidung auf eine Anknüpfung an ein Gesetz oder einen Rechtsgrundsatz verzichtet und diese stattdessen ohne ausdrückliche Begründung auf eine allgemeine Billigkeitswertung, wie aequus, benignus, humanus, iustus, verus, also „gerechter“, „billiger“, „menschlicher“, etc. stützt. Der Rückschluss von einer so mehrdeutigen Formulierung auf die für den Juristen relevanten Entscheidungsgründe ist immer mit großen Unsicherheitsfaktoren belastet. Dennoch lassen sich aus der Zusammenschau der einzelnen Textexegesen wertvolle Erkenntnisse über die Verwendung und den Bedeutungsgehalt der unbestimmten Wertungsbegriffe gewinnen.
Im Ergebnis zeigt die Arbeit, dass einzelne unbestimmte Wertungsbegriffe bestimmten Funktionsbereichen zugeordnet werden können. Diese sind: 1. Entscheidungen, mit unter den Juristen kontrovers diskutierten Zweifelsfragen, 2. Fälle der Rechtsfortbildung, 3. Auslegungsfälle zur Vermeidung von Entscheidungskorrekturen und 4. Entscheidungskorrekturen. Durch die Zuordnung kann den Wertungsbegriffen ein spezifischer Deutungsgehalt zugemessen werden.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1198 2014-05-28 Tobias Kleiter C.H.Beck de C.H.Beck
Papinians <em>Quaestiones</em> Der spätklassische Jurist Aemilius Papinianus ist als Märtyrer in die Geschichte des Rechts eingegangen: Er soll auf Befehl Caracallas erschlagen worden sein, weil er sich weigerte, den Mord an Carcallas Mitkaiser Geta zu rechtfertigen. Dieses hohe ethische Ideal findet sich auch in Papinians Werk, in dem aequitas, humanitas und pietas die juristische Argumentation abrunden und überhöhen. Gleichzeitig gilt Papinians Sprache als obskur und dunkel, was den Verdacht einer nachklassischen Bearbeitung begründet hat. Die vorgelegte Studie (Habilitation Univ. des Saarlandes 2009) widmet sich dem wissenschaftlichen Hauptwerk des Papinian, den sogenannten Quaestiones, und unterzieht sie einer sowohl juristischen als auch rhetorischen Analyse. Auf diese Weise erweist sich Papinians Werk nicht nur als originelle Verbindung von Recht und Rhetorik. Vielmehr werden auf diese Weise zum ersten Mal Gesamtlinien der juristischen Argumentation erkennbar sowie der Anspruch, den Leser von der Richtigkeit der entwickelten Rechtsmeinungen auch auf rhetorischem Wege zu überzeugen. Die Studie weist den Verdacht nachklassischer Bearbeitung ebenso zurück wie die Behauptung, die juristische Fachliteratur zeige sich unbeeinflusst von literarischen Moden ihrer Zeit.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1212 2014-05-28 Ulrike Babusiaux C.H.Beck de C.H.Beck
Die Verwaltung des ptolemaiischen Reichs Die Verwaltung Ägyptens in ptolemaiischer Zeit ist insbesondere aufgrund von zahlreichen Papyrusfunden relativ gut bezeugt. Dennoch bleiben viele Fragen – nicht zuletzt im Hinblick auf die Verwaltung der Provinzen und der Einflussgebiete. Trotz der angedeuteten Schwierigkeiten wird hier zum ersten Mal der Versuch unternommen, ein Gesamtbild der Verwaltung des ptolemaiischen Reichs zu erstellen. Die Arbeit gliedert sich in zwei große Teile: Im ersten Teil werden die Verwaltungskompetenzen der Funktionäre untersucht, im zweiten Teil werden die Verwaltungsmaßnahmen der Regierung vorgestellt. In einem abschließenden Teil werden Gedanken zur Idealität und zur Realität der ptolemaiischen Verwaltung zur Diskussion gestellt.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1228 2014-05-28 Werner Huß C.H.Beck de C.H.Beck
Die Wirtschaft Ägyptens in hellenistischer Zeit Ägypten war in hellenistischer Zeit die stärkste Wirtschaftsmacht des östlichen Mittelmeerraums. Diese Tatsache stellte eine der wesentlichen Voraussetzungen, wenn nicht die wesentliche Voraussetzung für die Durchsetzung einer – trotz aller Schwierigkeiten – weithin erfolgreichen Innen- und Außenpolitik der ptolemaiischen Herrscher dar. In der vorliegenden Arbeit werden in sieben Kapiteln die wichtigsten Aspekte der Wirtschaftsgeschichte dieser Zeit und dieses Raums untersucht.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1242 2014-05-28 Werner Huß C.H.Beck de C.H.Beck
Die semiotische Erkenntnistheorie Platons im Siebten Brief Der siebte Brief Platons ist der berühmteste Brief der philosophischen Weltliteratur. In ihm skizziert Platon, nur wenige Jahre vor seinem Tod (347 v. Chr.), Stationen seines Lebens und gibt einen Grundriss seiner Philosophie. Dies ist die einzige uns überlieferte Äußerung Platons über sich selbst und sein Philosophieren.
Der sogenannte philosophische Exkurs des Briefes bringt die konstituierenden Elemente seines philosophischen Denkens komprimiert zur Darstellung. Vor dem Hintergrund der neuesten Forschung zum Siebten Brief geht die vorliegende Untersuchung von einem bisher übersehenen Ansatz aus. Denn insoweit die Welt der Erscheinung Abbild der Ideen ist, ist die Welt der Erscheinung Zeichen: Zeichen der Ideen. Da die Ideenlehre auch im Siebten Brief von axiomatischer Gültigkeit ist und hier der Begriff des Zeichens eine Schlüsselfunktion hat, unternimmt die vorliegende Untersuchung die Interpretation zum ersten Male unter dem Gesichtspunkt von Platons eigener Zeichentheorie, seiner Semiotik. Obwohl die semiotische Interpretation gemäß Platons eigener Denkvoraussetzung naheliegt, ist eine solche bisher in der Platonforschung in Bezug auf den Siebten Brief bislang nicht zur Anwendung gebracht worden.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1260 2014-05-28 Maria Liatsi C.H.Beck de C.H.Beck
Aischylos. Interpretationen zum Verständnis seiner Theologie Bei Aischylos (525/4-456/5 v.Chr.) hat die attische Tragödie von bescheidenen Anfängen zu ihrer Vollendung geführt. Man war gewohnt, den Dichter einen Theologen zu nennen, von seiner Zeus-Religion zu sprechen, bis Mitte der 50er Jahre sich das Bild mit den Angriffen der anglophonen Forschung verdüsterte. Namentlich der Oxforder Gelehrte Hugh Lloyd-Jones hat Aischylos den Rang eines originellen theologischen Denkers abgesprochen, und dies mit bis heute anhaltender Wirkung. Robert Bees führt dagegen den Nachweis, daß hinter den sechs (unbestrittenen) Dramen ein persönlicher Glaube des Dichters steht, nach dem das Handeln des Zeus in allem gerecht ist: Symbolisiert im Wirken seiner Tochter Dike, die zur Erde geschickt wird, um den Willen des Vaters unter den Menschen durchzusetzen. Menschliches und göttliches Wollen, so die Überzeugung des Aischylos, müssen in eins zusammengehen, soll auf Erden Gerechtigkeit walten. Das Gute und Gerechte steht dem Bösen und Ungerechten gegenüber, und es ist Zeus, der beiden Seiten das Gebührende zuweist. Unter diesen Voraussetzungen ergeben sich neue Einsichten in alte Fragen, etwa die Opferung Iphigenies durch Agamemnon, welche nun nicht mehr als Verbrechen erscheint, sondern als einzig richtiges Handeln eines Feldherrn, der in göttlicher Mission gegen Troja zieht. Daß allein die Gerechtigkeit des Zeus entscheidend ist für das Handeln des Menschen, zeigt Bees in seiner Dramen-Interpretation, die auch Nichtfachleuten verständlich ist, da alles Griechische in Übersetzung vorgelegt wird. Beigegeben ist eine Interpretation des Prometheus Desmotes, der Aischylos fälschlich zugeschrieben wurde. Bees erhärtet die von ihm bereits 1993 begründete Unechtheit des Stückes nun von einer anderen Seite: die Ungerechtigkeit des Zeus, die in diesem Stück allenthalben zu Tage tritt, erscheint als bewußte Provokation eines unbekannten Autors gegen den Glauben des Aischylos.

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https://0-books-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/chbeck/1281 2014-05-28 Robert Bees C.H.Beck de C.H.Beck